Interview: Edu.Buscholl

MieseMusik Podcast #133

Katja@MieseMusik: EEEEduard – das ist so cool, dass wir dich für einen Miesen Podcast gewinnen konnten. Ich glaube, wir haben uns zum ersten Mal in Halle auf einem wahnsinnigen schönen Sommerrave mit Rolandson & Hagen Mosebach getroffen… 

Das waren unbeschwertere Zeiten –  im Moment ist Musik zweifelsfrei eine der wichtigsten Kraftressourcen – und nie war die Musikszene gleichermaßen so bedroht. Du bist selbst nicht nur Musiker und Künstler, sondern auch ein wichtiger Teil des Kollektiv.Liebe e.V. Wie nimmst du die aktuelle Situation war – besonders in deiner Hometown Karlsruhe?

Edu: Hey Katja! Freut mich ebenso, dass es geklappt hat, zumal ich euch schon verfolge seit ich auf Soundcloud unterwegs bin. My first and last Unicorn ❤ 

Ich stimme dir voll zu! Musik ist eines der wenigen Dinge, das mir im Moment Hoffnung gibt und umso trauriger ist es, dass gerade Kunstschaffende und Clubs so stark unter den Folgen der Pandemie leiden. Auch unser Haus- und Hof Club das P8 – ebenfalls von einem Verein betrieben – wird sich nur mit Spenden durch diese Krise retten können. Wenn es dieser Club nicht schafft, bricht ein großes Stück Kultur und Freiheit weg da es in der Form keine Alternative in der Stadt gibt.

Katja: (**freut sich nochmal doppelt, dass Edu den Miesen „treu“ geblieben ist**) Verdammt bescheidene Situation, in Kassel sieht es natürlich ganz ähnlich aus – insofern kann ich nur alle, die es sich leisten können, bitten, ihre Clubs & Lieblings-Artists zu unterstützen, es laufen ja eine Reihe spannende und sinnvolle Initiativen. Und – von zu Hause lässt sich Musik bequem bestellen, ob digital oder als innig geliebtes Vinyl. Aber zurück zum Thema: Das Kollektiv.Liebe e.V. ist ja mittlerweile zu einem ebenso großen wie musikalisch topp aufgestelltem Netzwerk geworden, ich lausch gerade dem aktuellen Mix von Till Hall „Timbres of Uncertainty“ aus euem geliebten Podcast, herrlich schwermütig & trotzdem tröstend.

Kannst du uns mehr von euch und euer Philosophie erzählen? Mitte März ist ja gerade eure mega starke 2020 Compilation erschienen, u.a. mit Deisen und David Rausch.

VOLUME 4.1
VOLUME 4.2

Edu: Vielen Dank! Die Compilation liegt mir auch sehr am Herzen, da viele meiner Lieblingskünstler sich dafür begeistern ließen. Es macht uns ziemlich stolz, dass wir unsere Vorstellung von guter Musik über so ein Medium wie den Verein in die Welt streuen können und damit auch noch soziale Projekte unterstützen dürfen. Der Verein hat verschiedenste Bereiche und fördert neben Kunst und Kultur auch den Umweltschutz und humanitäre Projekte, z.B. im Senegal. 

Das Label folgt diesen Grundsätzen und ist als Non-Profit Label aufgestellt. Unsere „Love and Nature Adventure“ Compilations werden jährlich an verschiedene Tier- und Naturschutzprojekte gespendet. Bei EP´s darf der Künstler uns selbst ein Projekt vorschlagen, welches unterstütz werden soll. Freetracks sind ebenfalls auf Spendenbasis und kommen unserem Senegal-Projekt zugute, wo wir Open-Source Workshops halten und arme Familien monatlich mit Grundnahrungsmitteln versorgen.
Das klingt vielleicht erst einmal bunt durcheinander gewürfelt, aber genau so ist auch unsere Vereinsstruktur. Über 30 Menschen sorgen für Vielfalt und deren Interessen gilt es zu vertreten. Unsere Gemeinsamen Werte sind Ehrlichkeit, Respekt und Liebe natürlich 😉

Katja: Geniale Idee und bei so viel ehrenamtlichem Engagement und Herzblut sehe ich für die Zukunft der Musikkultur zwar nicht rosige Zeiten, aber wegen mit so engagierten Menschen mit viel Energie und Sinn für das Wesentliche wird es schon irgendwie weitergehen – Respekt! 
Du selbst bist ja auch ein ziemlich umtriebiger und musikalisch weitreisender Soundexperte – wie bist eigentlich selbst zum Auflegen gekommen? Und welche Musik treibt dich selbst an und um? 

Edu: Ich glaube meine Erleuchtung kam 2006 auf der Timewarp, wo ich 8 Stunden hinter der Bar zu Sven Väths treibendem Techno arbeiten durfte. Die nächsten Jahre beschäftigte ich mich immer mehr mit Techno und irgendwann auf einer Geburtstagsparty waren es zwei geöffnete Youtube-Fenster mit den ich anfing zu Mixen 😀 das Prinzip war schnell klar. Über melodischen Techno und Progressive House + Deep House lernte ich 2015 auch durch oben besagt Captain Rolandson den Downtempo lieben. Da stehe ich auch heute noch und liebe nach wie vor Techno in allen seinen Facetten.

Katja: Grinst – jaaaa – der Sven hatte es mir auch angetan… uff, ist bisschen länger her, Kasseler Aufschwung Ost 1994 – was einmal mehr zeigt: die Klubs & Szene wandelt sich, aber the rave never stops! Und dicke Props an den Captain an dieser Stelle – Dass du musikalisch breit aufgestellt bist, hört man dir ja schon immer an, auch dein Mieser Podcast spiegelt das optimal, sanft, melancholisch, aber auch trancig treibend und böse wegdriftend – Kompliment – mega gut! 

 Aight, damit kommen wir aber schon zu unserer Standardfrage nach den drei „Tracks“ für die einsame Insel, ich würde sie mal variieren… welche 3 Tracks gehören zu deinen liebsten „Stimmungsaufhellern“? Na gut, ein „mies melancholischer“ darf natürlich auch dazu.

Edu: Bohr das ist schwierig… aber drei Tracks haben es mir so sehr angetan, dass ich nicht mehr loskomme. Die habe ich auch immer im Plattenkoffer dabei.

Letzterer ist durchaus melancholisch und das Video hat mich sehr bewegt.

Katja: Sehr naise Auswahl, hach, immer wieder gut, die Frage. Schon schräg, normalerweise würde ich jetzt mit dir auf die kommenden Events und Projekte schauen, aber zur Zeit ist ja nicht viel normal. Aber vielleicht hast du bzw. habt ihr ja schon neue Releases am Start?

Edu: Ja – unsere nächsten zwei Kollektiv Liebe-Partys stehen auf der Kippe und das ist umso trauriger, da das besagte P8 Ende des Jahres schließen muss.

Releases haben wir dafür aber umso mehr in der Warteschleife! Diesen Monat kommt eine EP von Sebastian Dali & Three Good Boys, die mit richtigen Instrumenten eine epochale Stimmung erzeugen. Remixe gibt’s von David Rausch und Dan Bay. Im Mai/Juni releasen wir dann unsere erste LP, die zugleich das Debut des noch unbekannten TRANSIENT LINES ist. Er erzeugte eine unglaubliche Atmosphäre, die sich zwischen Ambient, Dub und Downtempo verorten lässt. Sehr individueller und zugleich variabler Sound verspreche ich euch. Auch hier gibt´s noch Remixe von Oberst & Buchner, Deep Ändi und Musin.

Katja: *Dicke Träne wegdrück* – schade, dass live erstmal nix geht, aber das wird! Und starke Releases kommen da, wir sind gespannt. Aight – dann dicken Drücker nach Karlsruhe, liebstes Danke für dein Set und STAY STRONG AND SAFE!

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