Interview: Seeleâ

MM Podcast #127 – https://soundcloud.com/miesemusik/seelea

MM: Hello Heiko – Besuch aus Berlin haben wir immer gerne – wobei du ja mächtig unterwegs bist, wenn man deine Gigs so anschaut… bist du denn ein waschechter Berliner?

S: Nein ich bin kein waschechter Berliner, wohne jetzt seit etwa 7 Jahren hier. Ich komme ursprünglich aus einem Dorf nähe Dresden, wo ich aufgewachsen bin. Später bin ich nach Meißen gezogen. In Meißen habe ich meine Ausbildung in der Gastronomie fertig gemacht. Das war ein harter Job. Mir war nach meiner Ausbildung klar, dass ich nicht mehr in der Gastronomie bleiben möchte und dann ging die wilde Reise los, bis ich in Berlin angekommen bin. In Berlin habe ich dann ein Soziales Studium angefangen, das ich demnächst abschließe. Über diese Entwicklung bin ich sehr glücklich!

Berlin hat mich persönlich und musikalisch weiter entwickelt.

Jetzt wohne ich seit 7 Jahren hier in Berlin und muss ehrlich sagen, dass es nicht leicht war, in der Clubszene zu spielen. Es gibt viele Künstler/innen, welche auch den Wunsch in sich tragen, auflegen zu wollen. Vitamin B ist natürlich immer ein schnelles Mittel, um an sein/ihr Ziel zu kommen. Ich bin ein Mensch, der es gern ohne Druck laufen lässt, weil ich mir selbst sage, „alles fügt sich so wie ich es mir vorstelle und wenn die Zeit da ist“. Dabei gibt es Sachen, die benötigen ZEIT, um zu gedeihen, das daraus etwas Schönes werden kann, wie zum Beispiel eine wunderschöne BLUME. Ich bin echt glücklich, wie es gerade läuft bei mir. Ich bin sehr gespannt, wo die wunderschöne Reise noch so hingeht. Ich halte meine Hand auf und nehme an oder lasse los, was ich nicht möchte in meinem Leben.

MM: Respekt, dass du voll durchziehst und zu den Dingen vordringst, die dich wirklich bewegen! Und Berlin ist sicher kein einfaches Pflaster, um so mehr freuen wir uns über deine Hartnäckigkeit und deinen künstlerischen Weg. Deine Soundcloud verrät ja, dass du ziemlich viel unterwegs bist und in vielen Städten und auch auf vielen Festivals spielst – gibt’s einen Favoriten oder hast du einen Gig in ganz besonderer Erinnerung?

S: Daran kann ich mich noch ganz gut erinnern, als wäre es gestern gewesen. Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal auf einem großen Festival gespielt, dem „Zurück zu den Wurzeln“ Festival auf dem Märchenwald Floor. Was für eine schöne Bühne… An dem Sonntagmorgen, an dem ich gespielt hatte, gab es erst mal ein Sektfrühstück mit der Herz und Leber Bande zur Auflockerung, weil ich echt aufgeregt war. Ich hatte mir am Abend davor Gedanken gemacht, auf welcher Geschwindigkeit ich spiele, da auf der Stage schnelle Musik lief. Ich hatte den Gedanken in mir gehabt: „Ich umarme und entschleunige die wunderschönen Menschen mit der Musik“. Die Aufregung verflog, als ich auf PLAY gedrückt hatte und es war traumhaft schön in die Gesichter zu schauen, wie sie gelächelt und die Musik genossen hatten. Ich kann dies nicht in Worte fassen, weil es so schön für mich war. Als mein Set zu Ende war, habe ich wunderschöne Blumen bekommen. Danke an die Menschen, die dabei waren und ein großes Danke an die Wurzel Crew, die für mich wie eine große Familie geworden ist.

Ab diesem Zeitpunkt fing es an, dass die „Seele“ von Seeleâ zu erleuchten und zu erwachen begann. Ich habe mich nach dieser Zeit immer mehr gefunden und was ich mit der Musik eigentlich ausdrücken möchte. Die Musik ist zu meiner inneren Sprache geworden, mit der ich mit der Außenwelt kommuniziere. Es entsteht eine Geschichte und eine Reise, mit der ich die Menschen verzaubern möchte.

MM: Klingt nach einer wirklichen Selbstfindung im besten und positivsten Sinne – als Mensch und auch als Künstler. Das spürt man aber auch in deiner Musik. Wenn du noch weiter zurück schaust: Wie bist du zum Auflegen gekommen und welche Musik inspiriert dich zurzeit?

S: Durch Paul Kalkbrenner bin ich zum minimalistischen Techno gekommen. Als ich dann alt genug war, bin zum CLICK CLACK in die SHOWBOX nach Dresden gegangen, um ihn und die anderen Künstler*innen live zu sehen. Mich hat es extrem beeindruckt, was diese Menschen live für schöne Tracks/Sets gespielt haben.

In der Zeit meiner Ausbildung hatte ich die ersten Erfahrungen mit Vinyl gesammelt und mit dem Auflegen in Clubs angefangen. Nebenbei hatte ich die ersten Versuche mit diversen Musikprogrammen, wie mit Fruity Loops, Reason und Cubase gemacht, bis ich zu Ableton gekommen bin. Dabei konnte ich die ersten Erfahrungen sammeln, wie ich eine eigene Produktion herstellen kann und was ich für ein Know-how für die Entwicklung eines Projektes benötige. Ich fing an Live Sets mit Samples von anderen Songs zusammen zu bauen, um mit diese zu spielen. Bis ich live in Clubs aufgelegt hatte und jetzt nicht mehr aufhören möchte, weil es mir großen Spaß macht Geschichten zu erzählen oder die Emotionen von den Menschen wahrzunehmen.

Da ich oft mit Frequenzen meditiere, die eine heilende Wirkung auf Körper, Geist und Seele haben, komme ich dadurch auf neue Ideen für meine eigene Produktion. Teil davon sind hypnotisch, mystische, atmosphärische Elemente und Melodien die einen Umarmen und Geborgenheit beim Tanzen und hören geben. Gerade finde ich Indie Disco wieder ziemlich gut, bin gespannt was daraus bei mir noch so entsteht.

MM: Mh, das klingt nicht nur theoretisch spannend, sondern wenn man deinen MieseMusik Podcast hört, ist das ja auch ganz praktisch in Sound übersetzt, einfach wahnsinnig fesselnd und atmosphärisch, man schwebt kurzzeitig durch Raum und Zeit. Was gibts sonst Neues in Sachen Musik?

S: Einiges – am 15.11 ist von unserem Label „Herz und Leber“ eine neue EP von Skydrips Namens Tundra rausgekommen. Eine echt schöne Produktion von ihm, sehr atmosphärisch und Deep. Auf der Ep hat der liebe Anselmus und ich einen Remix gemacht, den könnt ihr gerne bei Soundcloud und Spotify anhören, oder bei Beatport käuflich erwerben .

SC: https://soundcloud.com/herzundleber/sets/skydrips-tundra-ep

BP: https://www.beatport.com/label/herz-and-leber/72987

Spätestens im Januar/ Februar kommt meine EP Shuna über unserem Label Herz und Leber raus, darauf freue ich mich jetzt schon. Es werden auf dieser EP zwei Tracks drauf sein die melodisch und atmosphärisch sind, sowas mag ich voll.

MM: Yeah – cooler Sound und auf die EP freuen wir uns schon mega!
Eine Frage, die wir immer stellen und deren Antwort bislang nie identisch war: Wenn du eine Woche auf einer einsamen Insel wärst und dein Marschgepäck sich auf 3 Lieblingsscheiben beschränken würde, welche kämen denn in Frage?

S:  Bei „Adam Port- Tonight“ fühle ich mich schwerelos und verträumt, da macht es auf der einsamen Insel noch mehr Spaß dort zu bleiben.

Diese Scheibe von „Ten Walls – Walking with Elefant, lässt mich in die Ferne schauen um mir zu sagen „hier kannst du bleiben nach deinem langen Weg“.

Mit dieser Scheibe von Kölsch – Zip verbinde ich echt viel. Was für eine schöne Zeit! Das bringt mich gleich zum Lächeln, wenn ich daran denke.

MM: Uff – die Adam Port Scheibe ist aber auch ein echter Killer! (kurz abgelenkt und verstrahlt in die Gegend schauend). Auch die anderen Tracks sind sicher ein Relistening wert! Da würden wir gerne nochmal genauer in deine Lieblingslieder-Playlist schauen, aber leider bleibt keine Zeit. Dennoch – kleiner Blick in die Zukunft: An was arbeitest du zurzeit? Wo kann mich demnächst live erleben?

S: Ich arbeite zur Zeit an 4  Projekten, das werden 2 Downtempo Tracks mit englischen und spanischen Vocals. Auf dieses Projekt bin ich sehr gespannt, weil es eine Herzensangelegenheit wird. Aus dem Downtempo Track werde ich noch eine Instrumentale Version machen, die auf 118bpm gespielt werden kann. Nebenbei bau ich mir diverse Sets für bestimmte Stimmungen, für jede einzelne Musikrichtung, die ich spiele. Ich möchte mich ehrlich gesagt nicht auf eine Musikrichtung vertiefen, sondern auf mehrere, die ich in bestimmten Situationen spielen kann.

Ich werde nächstes Jahr wieder anfangen live zu spielen. Ich hab da ziemlich gut vorgearbeitet, da ich in diesem Jahr viel Material produziert habe.

Demnächst werde ich auf eine Traumreise gehen, wo ich eine Meditation musikalisch anleite für Körper, Geist und Seele. Dies wird ein neues Projekt sein von Dennis (Yogalehrer)  und mir. Dies soll einmal in Monat angeboten werden und kostet etwa 20€. Uns ist wichtig, einEN Raum zu schaffen für die Entfaltung des ॐSEINSॐ mit all seinen facetten.

Gerade habe ich keine Aufritte, die kommen meistens spontan. Ihr seid auf meiner Soundcloud und Facebook Seite immer informiert, wo ich demnächst bin.

Gerade habe ich keine Aufritte, die kommen meistens spontan. Ihr seid auf meiner Soundcloud und Facebook Seite immer informiert, wo ich demnächst bin.

Ganz lieben dank für das Interview und die Veröffetlichung des Podcast bei euch ❤

(Das Interview führte Katja für MM)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: